stettler  kunstglaserei & glasmalerei gmbh

bern

Renaissance (16. Jahrhundert)

 

Zeitbild

Im Gegensatz zur Gotik  basiert die Kultur in der Renaissance auf Wissen und nicht auf Glauben. Inspiration für die Künstler sind nicht mehr Gott und die Bibel, sondern der Mensch und die Natur. Die Bewegung der Humanisten heben das individuelle Gewissen über die Autorität von Papst und Kaiser.

Aus dieser Haltung heraus wird nördlich der Alpen die Reformationsbewegung geboren.

Dank der Entwicklung des Buchdruckes verbreiten sich diese Ideen in ganz Europa. Die Malerei und die Bildhauerei lösen sich von der Architektur und werden zu selbständigen Künsten. Besonders die Bildhauerkunst orientiert sich an antiken Vorbildern.

 

Architektur

Auch in der Architektur werden die Formen der Antike übernommen.

Die in die Höhe strebende Bauweise der Gotik weicht einer Formensprache, die nun vor allem die Horizontale betont. Besonders werden Treppen, Fensterreihen und Simse betont.

Aus den Spitzbogenfenstern werden zuerst Rundbogen- und später simple Rechteckfenster.

Die Pracht der Sakralbauten wird oft von derjenigen der Bürgerpaläste reicher Kaufleute übertroffen.

Eine beliebte Bauform für Kirchen ist der Zentralbau.

 

Die Glasmalerei der Renaissance

Im Berner Münster taucht im 15. Jahrhundert ein Verglasungstypus auf, der eine Tradition einleitet, die bis in unsere Zeit spürbar wird. Es handelt sich dabei um eine Blankverglasung (in der Regel eine Butzen - oder Rautenverglasung), welche im Zentrum durch eine heraldische Scheibe dekoriert wird. Die Tradition der sogenannten Kabinettscheiben (oder auch Schweizerscheiben) findet darin ihren Ursprung.

Diese neue Verglasungsart (keine vollständigen Bildfenster mehr) wird im 16. Jahrhundert durch die Reformation noch gefördert.

Wo in den Fenstern noch zusammenhängende Figurenszenen auftauchen, erkennt man, dass sich die Glasmalerei in der Komposition und Feinheit der Tafelmalerei der Renaissance angenähert hat. Die Fensteröffnungen geben den Blick frei auf eine Landschaft, die von biblischen Figuren bevölkert ist. Bei der Gestaltung des Glasgemäldes wird kaum noch Rücksicht auf die Fensterarchitektur genommen. Das Bild wird durch die Pfosten und das Masswerk zerschnitten. Auf Randstreifen und Bordüren wird meistens verzichtet.

Die Darstellung erhält durch das gekonnte Einsetzen der Perspektive eine sehr räumliche Wirkung.

 

Vier Merkmale der Renaissance - Glasmalerei:

-Grosszügigeres Bleinetz. Es handelt sich bei den Scheiben nicht mehr um teppichartige Glasmosaike.

-Schmückende Elemente auf der Rahmenarchitektur lehnen sich stark an italienische Renaissance-Ornamente (Grotesken) an.

-Vereinzelter Gebrauch von Emailfarben.

-Häufiger Silbergelbaufftrag auf bläuliches Glas (um Grün zu erhalten).

 

 

 

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